Pentatonik Tutorial

Eins haben die bekanntesten Gitarrensoli, die richtigen Meilensteine der Rockgitarrensolo-Geschichte gemeinsam: Sie sind mit ein und dem selben Bauplan gestrickt - der Moll-Pentatonik. Jetzt fragst du dich vielleicht, warum ausgerechnet die Mollpentatonik? Nun es ist so, die Pentatonik besteht - wie das Wort schon vermuten lässt - aus 5 Tönen. Das allein macht sie aber noch nicht zur Pentatonik, denn auch aus einer Molltonleiter könnte ich 5 Töne spielen und ein tolles Solo komponieren. Was viele nicht wissen, die Pentatonik besteht praktisch ausschließlich aus Quinten - daher kommt der Name; deshalb ist sie so wohlklingend konsonant. Was man mit der einfachen 5-Tonreihe so alles anstellen kann, und warum sie von JEDEM GITARRSITEN so häufig verwendet wird - das klären wir heute im Pentatonik-Tutorial. Viel Spaß damit!

Die Penta besteht also aus reinen Quinten - das sind in C-Dur folgende Töne:

c - g - d - a - e

So die Reihenfolge in Quinten. Da wir auf der Gitarre die Quinten lieber in Powerchords verwenden und im Solo etwas Tonleiter ähnliches brauchen, sortieren wir die Töne einfach “der Reihe nach” neu und erhalten so diese Tonfolge:

c - d - e - g - a

Fünf Töne, die fast aussehen wie eine C-Dur Tonleiter… so mancher Theoriebanause merkt sich das ganze einfach mit folgendem Spruch: “Pentatonik ist wie die Tonleiter, nur ohne Halbtonschritte”… ja, wers nicht besser weiß, bitte sehr, da war der merkwürdige Merkspruch… ;-)

Für die Solotauglichkeit brauchen wir noch eine kleine Veränderung, denn kaum ein Rocksolo wird mit einer C-Dur Tonleiter gespielt, sonst klingt’s nämlich “Alle-Meine-Entitsch”, kapitsch? ;-)

Bringen wir’s also hinter uns: die Mollpentatonik ist das, was wir brauchen. Aus den C-Dur Tönen können wir nur eine einzige Moll-Penta bauen, nämlich die A-Moll-Pentatonik. Wie geht das am besten? Wir fangen beim letzten Ton, dem “a” an (die große Sexte von C), und spielen die Reihe von vorne, bis wir wieder beim a angekommen sind. Das ist doch e… wie einfach oder? Auf der Gitarre sieht das so aus:

Pentatonik Pattern 1

Pentatonik Pattern 1

Beginne auf der E-Saite mit dem 5. Bund - das ist die Note a. Als nächstes dann c im 8. Bund, dann d im 5. Bund der A-Saite, dann Note e, dann g, und schließlich wieder a, auf der d-Saite im 7. Bund. Das war schon… Pentanonik vollständig. Da wir in einer Lage aber über zwei Oktavräume spielen können, setzen wir die Pentatonik in der nächsten Oktave fort.

Was du eben gesehen hast ist das Griffbild für das ominöse Pattern 1 der A-Moll-Pentatonik. Warum Pattern 1? Nun, es gibt eine schlüssige Erklärung dafür; es ist nämlich das einzige Pattern (Lage und Fingersatz) welches mit dem Grundton beginnt. kommen wir nun zum Pattern zwei, welches mit der Note C startet und praktischerweise auch als C-Dur-Pentatonik verwendet werden könnte.

Pentatonik Pattern 2

Pentatonik Pattern 2

Wir starten im 8. Bund auf der E-Saite - auf der Note c. Von “c” bis “c” gespielt befinden wir uns in der Tonart C-Dur. Aufgrund der Ordnung mit Pattern 1 und 2 etc. ist unser Beispiel aber eine A-Moll-Pentatonik.

Tonal ist Pattern 2 nix anderes als Pattern 1, nur in einer anderen Lage gespielt. Warum machen wir soetwas? Manche Gitarrensoli lassen sich so besser spielen. Durch den Lagenwechsel haben unsere Töne eine andere Ordnung bekommen (was die Fingersätze angeht) - so spielen sich manche Läufe einfacher als in Pattern 1.

Kommen wir zum Pattern 3 der pentatonischen Skala:

Pentatonik Pattern 3

Pentatonik Pattern 3

Wie du vielleicht erkennen kannst, schließt die linke Seite des Griffdiagramms bündig mit der rechten Seite von Pattern 2 an. Das Pattern zwei ist so von Pattern eins und drei fest umschlossen, quasi wie ein Puzzle zusammengebaut. Diese Logik setzt sich auch bei Pattern 4 fort.

Pentatonik Pattern 4

Pentatonik Pattern 4

Pattern 4 der Amoll Pentatonik wird fast ebenso häufig verwendet wie Pattern 1. Viele Gitarristen schätzen an diesem Fingersatz die besondere Anordnung der Töne. Zu guter Letzt kommt das Pattern 5, welches sich nahtlos an Pattern 1 fügen lässt.

Pentatonik Pattern 5

Pentatonik Pattern 5

In der dritten Lage lässt sich das Pattern 5 ebenso spielen wie in der 15. Lage - zwei unterschiedliche Oktavräume.

Um richtig Sologitarre zu lernen benötigst du anfangs nur diese 5 Fingersätze der Pentatonik  - nicht mehr und nicht weniger.

Für nahezu jedes Gitarrensolo brauchst du die pentatonische Skala - deshalb, lerne Sie komplett auswendig. Setze sie auch in anderen Tonarten ein und lerne flüssige Übergänge zwischen den einzelnen Pattern zu spielen.

Viel Erfolg beim Solieren mit der Pentatonik! Dein Guitargeorge :-)

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5 Lesermeinungen zu „Pentatonik Tutorial“

  • Tobi sagt:

    Super! Ist gebookmarked!

  • Maik sagt:

    Endlich mal jemand, der es auf den Punkt bringt und nicht erst lange über die etwa 20.000.000 Möglichkeiten erzählt, die man eigentlich können sollte, bevor man das Wort “Gitarrensolo” überhaupt ausspricht.

    Have Fun

    Maik

  • Chillalex sagt:

    Hey Georg,

    danke für den tollen Artikel!
    Ich find ihn super, weil du gut und einfach erklärt hast bzw. alles auf den Punkt gebracht hast! Weiter so!

    Spiele seit 1 1/2 Jahren Akustik-Gitarre, habe mit Akkorden und Rhytmus angefangen und wollte nun jetzt eben auch ins “Solospiel” einsteigen^^. Pentatoniken sind dabei eine sehr hilfreiche Basis zum lernen, wenn man nicht sooooo viel musikalisches (Gehör-)Talent besitzt.

    Hab deinen Blog übrigens über Google gefunden ;)

  • marcus sagt:

    die Jungs haben Recht ,gut und verständlich erklärt.
    Einfach spielen und sich gut dabei fühlen wenn auch zu Anfang etwas langsam.

  • heinz sagt:

    Ich kann den anderen nur beipflichten - Super erklärt und auch für Anfänger wie mich verständlich.
    Heinz

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