Tonholz des Griffbretts

Sehr geehrtes Gitarreninstitut-Team,

ich schreibe zurzeit meine Maturaarbeit (Abiturarbeit) mit dem Thema „Bau einer Westerngitarre“. Die Gitarre ist bereits fertiggestellt und klingt einwandfrei, allerdings bin ich momentan auf der Suche nach Information für den schriftlichen Teil meiner Arbeit. Dabei bin ich auf folgende Frage gestossen:Welche Auswirkung hat eigentlich die Wahl des Griffbrettholzes und wozu muss man unbedingt ein hartes Holz dafür verwenden?

Bei all meinen Recherchen habe ich leider noch keine Angaben dazu gefunden. Nun wollte ich sie fragen ob sie mir eventuell gewissen Informationen darüber geben könnten? Ich wäre ihnen sehr dankbar für eine Antwort.

Mit freundlichen Grüssen

Michael Tester

Das Griffbrett einer Westerngitarre ist i. d. R. aus hochwertigem Tonholz gefertigt. In den allermeisten Fällen wird dafür Palisander gewählt, weil es recht preisgünstig zu beziehen ist und die richtige Dichte besitzt. Man unterscheidet dabei zwei Palisander-Sorten: Rio-Palisander und ostindischer Palisander. Bei deinen Recherchen bist du in dem Zusammenhang sicherlich auf den Begriff Rosewood gestoßen. Oft wird fälschlicherweise angenommen es handle sich um Rosenholz; tatsächlich ist es die englische Übersetzung für Palisander. Rosenholz ist sicher ein optisch elegantes Holz, wird auch teilweise als Tonholz verwendet, aber niemals zum Griffbrett verarbeitet.

Warum soll aber ein Griffbrett aus hartem Holz bestehen?

Auf dem Griffbrett der Westerngitarre wird eine hohe mechanische Belastung ausgeübt, die ein weiches Tonholz nicht verträgt. Die Bünde sitzen auf dem Griffbrett fest drauf und sollen sich auch noch nach jahrelangem Spielen nicht von diesem lösen. Außerdem drücken sich auch teilweise die Fingernägel der Greifhand in das Holz des Griffbrettes, sodass ein weiches Holz irgendwann aufgerieben und zerstört würde.

Wie wirkt sich des Griffbrettholz auf den Klang aus?

Der Klang einer Westerngitarre wird von sehr vielen Faktoren geprägt, am meisten vom Korpus. Der Korpus formt so den Grundsound der Gitarre, wird dabei aber genauso auch von der Decke geprägt. Alle anderen Bauteile der Gitarre beeinflussen den Klang natürlich auch, aber mit niedrigerem Anteil. Das Tonholz des Griffbretts ist ein solcher „Bestandteil“ des Gesamtklangs. Generell gilt aber, je dichter und härter das Holz, umso höhenreicher und heller klingt die Gitarre. Ein weiches Holz mit niedriger Dichte verschluckt den Ton beim Ausklingen der Saiten schneller und klingt dabei wesentlich dumpfer.

Das beste Tonholz für Gitarren-Griffbretter

Das allerbeste Tonholz was sich ein Musiker für sein Instrument wünscht ist Ebenholz (engl.: Ebony). Ebenholz besitzt die größte Dichte und ist sogar so schwer, dass es als einzige Holzsorte im Wasser unter geht, weil es schwerer ist. Auch die Verarbeitung von Ebenholz ist nicht ganz einfach, da ein Gitarrenbauer wesentlicht länger das Holz bearbeiten muss. Außerdem ist der dabei entstehende Staub gefährlich für die Gesundheit. Das macht Ebenholz so wertvoll und teuer. Auf Westerngitarren kommen Ebenholz-Griffbretter nur auf Hochwertigen Gitarren zum Einsatz. Taylor und Martin sind Hersteller, die auf ihren Top-Modellen (Martin D45 etc.) Ebenholz verbauen.

Für deine Abitur-Arbeit kann ich dir diese Quellen noch empfehlen, falls du die nicht schon kennst:

Gitarrenlexikon vom Gitarreninstitut

Die Geschichte der Gitarre

wertvolle Linksammlung von Gitarrenlinks

Dieses Gitarrenblog 😉

Weitere Fragen kannst du gerne hier im Kommentarfeld loswerden.

7 Gedanken zu „Tonholz des Griffbretts“

  1. Hallo, es gibt auch andere Hölzer die nicht schwimmen, zum Beispiel Red Ironwood/Bongossi, wurde angeblich früher auch für Dichtungsringe von U-Booten verwendet.

  2. Hallo Alexander, von Zitronenholz habe ich im Gitarrenbau noch nichts gehört. Werd mal die Augen und Ohren offen halten dafür, danke für den Tipp!

  3. Hey George, du hast ein ganz besonderes Griffbrettholz nicht erwähnt, nämlich Schlangenholz! Da soll das Kilo angeblich 35 Euro kosten und man bekommt es nur in 14 kg schweren Blöcken ausgeliefert. Der Klang ist sehr gut und Schlangenholz sieht etwa so aus wie Karamel-Creme mit Schokostückchen drin…

  4. Toller Artikel. Sowas hat mich schon immer interessiert. Kannst ja auch nochmal was zum Holz bei E-Gitarren und dem Korpusholz bei Akustik-Gitarren schreiben. 🙂

    Lg,
    Macks

Kommentare sind geschlossen.